Amritsar – das spirituelle Zentrum der Sikhs

Amrita Saras bedeutet in der Sprache Punjabi „Nektarsee“. Dieser Nektarsee ist das Zentrum der Stadt Amritsar, welche im Jahre 1577 von Ram Das, einem bedeutenden Guru des Sikhismus gegründet wurde. Amritsar ist eine der größten Städte des Punjab.

Anreise
Im heutigen indischen Bundesstaat Punjab gelegen hat Amritsar zur Zeit etwa 1,1 Millionen Einwohner und ist immer noch das spirituelle Zentrum der Sikhs. In der Nähe befindet sich der Sri Guru Ram Das Jee International Airport, der von einigen nationalen und internationalen Fluggesellschaften angeflogen wird. Auf dem Landweg ist Amritsar auch sehr gut mit der Eisenbahn zu erreichen. Es existieren Anschlüsse in alle Landesteile. Alternativ stehen auch Verbindungen mit täglich verkehrenden Fernbussen zur Verfügung. Innerhalb der Stadt selbst verkehren Taxis und Rikschas. Amritsar ist sowohl per Schiene als auch durch die Grand Trunk Road mit Pakistan verbunden.

Klima
Das Klima in dieser Region ist gekennzeichnet von den Jahreszeiten Sommer, Winter und der Zeit des Monsun. Das ganze Jahr herrschen relativ hohe Temperaturen, besonders heiß ist es zwischen Mai und März, in diesen Monaten klettert das Thermometer nicht selten über die 40 Grad Marke. Ab Ende März setzt der Monsun mit wolkenbruchartigen, heftigen Niederschlägen ein, die sich bis in den September fortsetzen. Die beste Reisezeit liegt somit zwischen Oktober und März, wenn die Temperaturen tagsüber um die 20 Grad liegen.

Der Goldene Tempel
Die bedeutendste Sehenswürdigkeit von Amritsar ist nach wie vor der Goldenen Tempel. Er ist ein architektonisches Meisterwerk des traditionellen indischen Stils und außen vollständig mit Blattgold belegt. Die Anlage wird äußerst sorgfältig gepflegt. Die Türen des Tempels sind ständig geöffnet, um die Offenheit der Sikhs allen Religionen gegenüber zu symbolisieren. Im Inneren der palastähnlichen Anlage wird eine immerwährende Lesung des heiligen Buches der Sikhs, des Adi Granth, abgehalten und mittels Lautsprechern auch nach außen übertragen. Die Sikhs, die übrigens alle den Familiennamen „Singh“ tragen, offerieren in ihrem Tempel täglich eine einfache, kostenlose Mahlzeit für Bedürftige, wobei die Herkunft oder der Glauben dieses Personenkreises keine Rolle spielt.

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Das Massaker von Amritsar
Traurige Berühmtheit erlangte dieses Bauwerk, als es nach der Ermordung der damaligen Ministerpräsidentin Indiens, Indira Gandhi, durch eine brutale Aktion der Polizei, die in das Innere des Heiligtums vordrang, in die Schlagzeilen geriet. Diese Maßnahme, bei der viele Menschen ihr Leben verloren, wurde angeordnet, da der Mörder Indira Gandhis aus den Reihen ihrer Leibgarde kam, die alle Anhänger des Sikhismus waren.

Handel und Wandel
Der Goldenen Tempel kann jährlich weit mehr Besucher verzeichnen als das Taj Mahal. Neben dem Tourismus sind weitere Wirtschaftszweige in Amritsar die Herstellung von Textilien und Teppichen, sowie landwirtschaftlichen Produkten. Weit über die Grenzen des Punjab hinaus ist die Küche der Region bekannt und beliebt. Besonders gut sollen hier die Produkte aus der reichhaltigen Büffelmilch schmecken. Die Kultur und besondere Lebensweise der Sikhs, die eine ganz spezielle Nuance in der Palette der Kulturen und Religionen Indiens darstellt, machen Amritsar ebenfalls zu einem lohnenswerten und einmaligen Reiseziel.

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