Pushkar – die wichtigste Pilgerstätte der Hindus

Pushkar ist eine der wichtigsten Pilgerstätten der Hindus in Indien und stellt wegen der landschaftlich reizvollen Lage und der zahlreichen historisch bedeutenden Bauwerke ein faszinierendes Reiseziel dar. Der Ort, der etwa 15.000 Einwohner hat, liegt im Bundesstaat Rajasthan und gilt als eine der ältesten indischen Städte. Legenden zufolge geht seine Gründung auf Brahma zurück, den Schöpfergott der Hindus, dem in Pushkar ein großer Tempel geweiht ist, der vermutlich älter als 2000 Jahre ist. Die Stadt liegt am Rande des Pushkarsees, der ebenfalls als Heiligtum gilt und jedes Jahr von vielen Tausend Pilgern besucht wird.

Einzigartige Landschaft und viele Tempelanlagen

Unweit von Pushkar befindet sich die Wüste Thar, die von der Stadt aus mit Kamelen erkundet werden kann. Die Gegend, die in etwa 500 Metern Meereshöhe liegt, ist geprägt durch sandige Ebenen mit vielen Dünen, an die vereinzelte, teils schroff abfallende Gebirgszüge angrenzen. Pushkar selbst ist berühmt für seine große Zahl an Tempeln. Obwohl viele davon jüngeren Datums sind, spiegeln sie die einzigartige Geschichte des Pilgerortes in all ihrer Vielseitigkeit wieder: Die meisten Bauten sind Rekonstruktionen von älteren Anlagen, die in Kriegen gegen islamische Eroberer zerstört wurden.

Der weltweit einzigartige Brahmatempel

Das berühmteste und größte Bauwerk der Stadt ist der Brahmatempel selbst, dessen Ursprünge sich im Dunkel der Geschichte verlieren. Die farbenfrohe Anlage stellt eine Besonderheit dar, da weltweit nur sehr wenige Tempel dem Schöpfergott selbst geweiht wurden. Nicht zuletzt deshalb ist der Brahmatempel eines der wichtigsten Ziele der Pilger, die sich auf den Weg nach Pushkar machen. In seinem Inneren befinden sich eine lebensgroße Brahma-Figur sowie der weltweit einzige Schrein, an dem die Gottheit angebetet wird. Die prachtvolle Architektur, die vor allem von Marmor geprägt ist, wird durch kunsthistorisch bedeutende Wandbilder ergänzt.

Der Pushkarsee, eine heilige Pilgerstätte

Das bedeutendste Ziel für die hinduistischen Pilger ist indes der Pushkarsee, der der Legende zufolge direkt von Brahma geschaffen wurde. Der kleine See, dessen Wasser als heilig gilt, wird von etwa 50 Badestellen gesäumt, die von den zahlreichen Pilgern genutzt werden. Die meisten Menschen finden sich hier in der Regel parallel zum Kamelmarkt im November ein, wenn mehrere Hunderttausend gläubige Hindus das Ufer des heiligen Gewässers aufsuchen. Besonders gut lässt sich das Treiben vom Saraswati-Tempel aus verfolgen, der unweit der Stadt auf einer Anhöhe liegt.

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Einer der größten Kamelmärkte der Welt

Auch der Kamelmarkt selbst stellt eine besondere Attraktion dar, da er durch die vielen Pilger und Touristen zu den weltweit größten seiner Art gehört. Er dauert fünf Tage zwischen Oktober und November und dient bei Weitem nicht nur dem Verkauf von Nutztieren: Zahllose kulturelle Veranstaltungen, Konzerte und Wettbewerbe machen ihn auch für Reisende interessant. Besonders beliebt sind die Kamelrennen sowie das Cricket-Spiel, das jedes Jahr zwischen Einheimischen und Touristen ausgetragen wird. Auch viele einmalige Erinnerungsstücke lassen sich hier erwerben.

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